Forschung zu endokrinen Disruptoren und hormonähnlichen Substanzen

Das Hormonsystem wird von zahlreichen inneren und äußeren Faktoren beeinflusst. Viele natürliche und synthetische Substanzen können darauf einwirken, wenn sie in den Körper gelangen.

Einige Substanzen könnten, wenn sie in einer wirksamen Dosis in den Körper gelangen, durch Veränderung des Hormonsystems die Gesundheit schädigen. Solche Substanzen werden endokrine Disruptoren genannt. Das BfR betreibt eigene Forschung, um die Bewertung gesundheitlicher Risiken von Stoffen zu unterstützen, die zu den hormonähnlichen Substanzen zählen und möglicherweise als endokrine Disruptoren wirken können.

Laut der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist ein endokriner Disruptor eine körperfremde Substanz oder eine Mischung von Substanzen, die die Funktion(en) des endokrinen Systems (ver)ändern und dadurch negative oder schädliche gesundheitliche Auswirkungen auf einen intakten Organismus oder dessen Nachkommen oder bei (Teil)Populationen verursachen.

Im Folgenden sind die aus Drittmitteln geförderten Forschungsprojekte (laufend und abgeschlossen) des BfR gelistet.

Drittmittelprojekte

Status Projektname Beschreibung
Laufend,
EU
Metabolische Effekte von Endocrinen Disruptoren: neue Testmethoden und Adverse Outcome Pathways (AOP) (EDCMET)   Das EDCMET-Projekt deckt eine Vielzahl von Methoden für neuartige und verbesserte Ansätze ab, um die metabolischen Auswirkungen von Endokrinen Disruptoren zu adressieren.
Laufend,
EU
PANORAMIX - Wissenschaftsbasierte Risikobewertung realer, chemischer Gemische über regulatorische Grenzen hinweg PANORAMIX basiert auf einer "Effect-Directed Analysis (EDA)"-Plattform, die die Entwicklung von in-vitro-basierten Technologien zur Gefahrenbewertung in Kombination mit einer Plattform für sowohl verdächtige als auch nicht zielgerichtete Screening-Analysen von Chemikalien nutzt. 
Laufend,
EU
Strategies for health protection, pollution Control and Elimination of Next generAtion Refractive Organic chemicals from Soil, vadose zone and water  In dem EU-geförderten SCENARIOS-Projekt arbeiten 19 Projektpartner zu Per-und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS). Das BfR leitet das Arbeitspaket, das sich mit der Bewertung der Risiken von PFAS sowohl für die Umwelt als auch für die menschliche Gesundheit beschäftigt. 
Laufend,
EU
Kälte- und Gefrierstress sind wichtige Faktoren für Kulturpflanzen und Gartenbau. BoostCrop versucht, diesen Stress durch neuartige "molecular heaters", zu reduzieren. In dem Projekt werden die Nebenprodukte und die Toxizität der "molecular heaters“ analysiert und auf mögliche Zytotoxizität, Genotoxizität, Karzinogenität beim Menschen untersucht. 
Laufend,
EU
ITN PERFORCE3  ITN PERFORCE3 ist ein europaweites Doktorandenprogramm im Bereich der PFAS-Kontaminanten, in dem es um die Verbesserung der Risikobewertung in den Bereichen Umwelt und Humangesundheit geht. 
Laufend,
EFSA
Critical appraisal tools (CATs) for evaluation of the evidence from human observational epidemiological studies and further use in weight-of-evidence approaches  Das Projekt unterstützt die Entwicklung, Erprobung und Fertigstellung eines validierten Instruments für die Bewertung der Evidenz aus einzelnen epidemiologischen Beobachtungsstudien am Menschen. 
Laufend,
DFG
Die Rolle von Xenoöstrogenen und dem GPER-Rezeptor für eine Zentrosomenamplifikation und chromosomale Instabilität in Darmkrebszellen  Das Projekt untersucht die zugrundeliegenden Mechanismen eines vermuteten Zusammenhangs zwischen synthetischen endokrin aktiven Substanzen (EAS) mit östrogener Aktivität (sog. Xenoöstrogenen) und einem erhöhten Darmkrebsrisiko. 
Abgeschlossen,
EU
Europäische Test- und Risikobewertungsstrategien für Mischungen (EuroMix)  Für die Chemikalienbewertung werden in dem Projekt in-silico und in-vitro-Tools entwickelt und gegen in-vivo-Experimente verifiziert. Das Projekt fokussiert im Detail auf hepatische und endokrine sowie Entwicklungseffekte. 
Abgeschlossen,
BMBF
Combiomics - Analyse von Kombinationseffekten von Pestiziden in vitro  Um in vitro-Methoden zur Untersuchung von Kombinationswirkungen von Pflanzenschutzmittelrückständen zu entwickeln, untersucht das Projekt mögliche Kombinationswirkungen anhand von Fungiziden (Triazole) in vitro. Triazole besitzen hepatotoxische und endokrin disruptive Eigenschaften. 
Abgeschlossen,
BMBF
  In dem Projekt werden
Kombinationseffekte von Fungizidwirkstoffen (Triazole) untersucht. Die in vitro-Untersuchungen erfolgen unter Verwendung der Leberkarzinom-Zelllinie HepaRG und zur Validierung punktuell an humanen Hepatozyten. 
Abgeschlossen,
DFG
  Perfluoroktansäure (PFOA) ist toxikologisch bedenklich. Im Tierversuch schädigt sie die Leber und beinträchtig die Entwicklung von Embryonen. Die Projektergebnisse tragen zum Verständnis von molekularen Wirkmechanismen von PFOA in humanen Leberzellen bei. 

 

 


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