Besuch aus China in der Studienküche

Erfahrungsaustausch zu Total-Diet-Studien in Deutschland und China: Unter diesem Motto stand der Besuch einer Delegation des China National Center for Food Safety Risk Assessment (CFSA) beim Team der deutschen MEAL-Studie am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Bei dem Treffen diskutierten BfR und CFSA die unterschiedlichen Ansätze im Studienaufbau und der Analytik. Die chinesischen Kollegen interessierte besonders, wie der Außer-Haus-Verzehr und das Ernährungsverhalten von Kindern in der deutschen Total-Diet-Studie abgebildet werden. Bei einer Führung durch die eigens eingerichtete Studienküche ließen sie sich detailliert die einzelnen Arbeitsschritte erklären und erfuhren, wie die Ergebnisse der Vorstudien zum Einkaufs- und Zubereitungsverhalten der deutschen Bevölkerung praktisch umgesetzt werden.  

China hat langjährige Erfahrung mit Total-Diet-Studien (TDS): Bereits vor knapp 30 Jahren führte die CFSA die erste TDS durch. Die aktuelle sechste chinesische TDS untersucht Lebensmittel aus 14 Lebensmittelgruppen unter anderem auf Umweltkontaminanten, Pflanzenschutzmittelrückstände, Tierarzneimittel und Nährstoffe. Die Herausforderung zukünftiger TDS in China sahen die Delegierten insbesondere darin, alle Verzehrgewohnheiten in einem so großen Land wie China abzudecken. Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, dass die Lebensmittelauswahl und Rezepturen zwischen den einzelnen chinesischen Provinzen sowie zwischen Stadt und Land stark variieren.

Die BfR-MEAL-Studie ist die erste deutsche und weltweit umfangreichste Total-Diet-Studie. Bis voraussichtlich zum Jahr 2021 untersucht sie rund 60.000 Lebensmittel auf knapp 300 erwünschte und unerwünschte Stoffe, darunter Schwermetalle, Schimmelpilzgifte (Mykotoxine), Pflanzenschutzmittelrückstände und Nährstoffe. Erste Ergebnisse werden im Laufe dieses Jahres erwartet.