Forschung am NRL für Trichinella

Die Trichinellose des Menschen ist eine typische lebensmittelbedingte Erkrankung, die durch Fadenwürmer (Nematoden) der Gattung Trichinella hervorgerufen wird. Der Mensch infiziert sich durch den Verzehr von rohem oder ungenügend zubereitetem trichinösen Fleisch (z.B. von Haus- oder Wildschwein) oder daraus hergestellten Produkten wie Rohwurst oder Rohschinken. Gemeldete Erkrankungen sind zumeist auf sogenannte importierte Fälle zurückzuführen, d.h. die Menschen infizieren sich im Ausland oder durch von dort mitgebrachte Produkte. In mehrjährigen Abständen kam es in Deutschland zu Trichinellose-Ausbrüchen, bei denen eine größere Anzahl von Menschen nach dem Verzehr von Wildschwein- oder Hausschweinfleisch erkrankte.

Forschungsfelder

Die Forschung des „NRL für Trichinella“ im BfR konzentriert sich auf

  • die Entwicklung und Validierung diagnostischer Methoden.
  • die Durchführung tierexperimenteller Studien zur Wirt-Parasit-Interaktion bei verschiedenen Tierarten (Schwein, Fuchs, Pferd u.a.). Schwerpunkt sind dabei spezielle Fragen der Erregermanifestation und -persistenz in lebensmittelrelevanten Organen sowie die Nutzung von Mechanismen der Wirtsabwehr für diagnostische Fragestellungen (Serologie). Weiterhin geht es um Fragen zur Inaktivierung von Trichinellen in Fleisch und daraus hergestellten Produkten (z.B. Rohwurst) durch spezielle technologische Verfahren.
  • epidemiologische Untersuchungen zum Vorkommen von Trichinellen bei Mensch und Wildtieren (Wildschwein, Fuchs, Marderhund) in Deutschland. Diese werden in Zusammenarbeit mit nationalen Untersuchungseinrichtungen und Universitäten durchgeführt. Dabei werden moderne Methoden zur Differenzierung der Trichinella-Isolate angewandt und weiterentwickelt.
  • eine aktive Mitwirkung in der International Commission on Trichinellosis (ICT). Hierbei stehen die Ausarbeitung von Empfehlungen und Richtlinien zum Nachweis von Trichinellen bei Mensch und Tier mit direkten und indirekten Methoden im Vordergrund.edit

Ringversuche

Seit 2004 wird deutschlandweit jährlich ein Ringversuch zum Nachweis von Trichinellen in Fleisch durchgeführt. Der Vergleich der Ergebnisse erlaubt es, Aussagen über die Messgenauigkeit generell bzw. über die Messqualität der beteiligten Institute zu machen. Das BfR organisiert die Ringversuche.

Ein Ringversuch ist eine Methode der externen Qualitätssicherung für Messverfahren. Dabei werden identische Proben mit identischen Verfahren oder unterschiedlichen Verfahren untersucht. Ringversuche werden auch zur Validierung von Vorschriften für Messverfahren verwendet.

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Kontakt

Ansprechpartner
Dr. Anne Mayer-Scholl (Leiterin)

Telefon
030-18412-24503

E-Mail
anne.mayer-scholl@bfr.bund.de

 

Ansprechpartner
Dr. Annette Johne (stellvertr. Leiterin)

Telefon
030-18412-24515

E-Mail
annette.johne@bfr.bund.de

 

Anschrift
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
FGr 45 - NRL für Trichinella
Diedersdorfer Weg 1
12277 Berlin

E-Mail
nrl-trichinella@bfr.bund.de

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